<i>"The Name of Our Country is América" - Simon Bolivar</i> The Narco News Bulletin<br><small>Reporting on the War on Drugs and Democracy from Latin America
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Narco News Issue #42

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Worte von Delegado Zero bei dem Treffen mit Anhängern der Anderen Kampagne in Culiacán, Sinaloa

Versammlung mit Anhänger der Anderen Kampagne.


Von Subcomandante Insurgente Marcos
Das Andere Mexiko

12. Oktober 2006

Compañeros, Compañeras, guten Tag (es ist bereits nach Ein Uhr Mittag). Zuallererst möchte ich dem Biologie-Kollektiv und der Otra in Culiacán dafür danken, dass sie uns empfangen. Die Versammlung fing mit mehr als einhundert Menschen an. Jetzt sind es weniger als 60 und mehr als die Hälfte davon sind von der Karawane. So laufen die Versammlungen.

Der wichtigste Vorschlag der Anderen Kampagne und der Sechsten Erklärung ist eine andere Art Politik zu betreiben. Ich bezweifle wirklich sehr, dass man die Yoremas davon überzeugen könnte, an einer weiteren Versammlung teilzunehmen, das bezweifle ich. Da drüben steht ein Compañero namens Juan Chávez, der einen Sombrero trägt. Hinter ihm steht ein weiterer Compañero mit Sombrero, der Salvador heißt. Sie repräsentieren Zehntausende Indigenas des Nationalen Indigenen Kongresses. Sie stehen mit uns nicht auf gleicher Stufe. In ihrem Gehör hören Purépechas, Huicholes, Náhuatls, Zapoteken, Mixteken, Mixes, Tzeltales, Popoluken, Tarahumaras mit. Der Nationale Indigena Kongress bildet numerisch den größten Teil der Anderen Kampagne. Der indigene Sektor ist der größte der Anderen Kampagne. Und er ist auch der, der in dieser Art von Versammlungen am wenigsten berücksichtigt wird, wenn das Diskutieren vorbei ist und man eine Entscheidung treffen möchte. Und dann wird eine weitere Versammlung vorgeschlagen, und noch eine, und noch eine. Sie meinen, dass jedes mal mehr Teilnehmer kommen würden. Wie hier zu sehen ist, werden jedes Mal weniger kommen.
Compañeros, Compañeras, guten Tag (es ist bereits nach Ein Uhr Mittag). Zuallererst möchte ich dem Biologie-Kollektiv und der Otra in Culiacán dafür danken, dass sie uns empfangen. Die Versammlung fing mit mehr als einhundert Menschen an. Jetzt sind es weniger als 60 und mehr als die Hälfte davon sind von der Karawane. So laufen die Versammlungen.

Der wichtigste Vorschlag der Anderen Kampagne und der Sechsten Erklärung ist eine andere Art Politik zu betreiben. Ich bezweifle wirklich sehr, dass man die Yoremas davon überzeugen könnte, an einer weiteren Versammlung teilzunehmen, das bezweifle ich. Da drüben steht ein Compañero namens Juan Chávez, der einen Sombrero trägt. Hinter ihm steht ein weiterer Compañero mit Sombrero, der Salvador heißt. Sie repräsentieren Zehntausende Indigenas des Nationalen Indigenen Kongresses. Sie stehen mit uns nicht auf gleicher Stufe. In ihrem Gehör hören Purépechas, Huicholes, Náhuatls, Zapoteken, Mixteken, Mixes, Tzeltales, Popoluken, Tarahumaras mit. Der Nationale Indigena Kongress bildet numerisch den größten Teil der Anderen Kampagne. Der indigene Sektor ist der größte der Anderen Kampagne. Und er ist auch der, der in dieser Art von Versammlungen am wenigsten berücksichtigt wird, wenn das Diskutieren vorbei ist und man eine Entscheidung treffen möchte. Und dann wird eine weitere Versammlung vorgeschlagen, und noch eine, und noch eine. Sie meinen, dass jedes mal mehr Teilnehmer kommen würden. Wie hier zu sehen ist, werden jedes Mal weniger kommen.

Es gibt hier drei perfekt definierte Gruppen: die der Partei der Kommunisten, die der Compañeros Punks und der Anarcho-Libertäre, und die der Compañeros dort hinten. Und außerdem, die Einzelpersonen, wie Bersaín, und alle anderen die hier sind. Aber das ist nicht die Andere Kampagne. Es gibt da einen Ort namens Dautillos, im Bezirk Navolato wo wir heute Morgen waren, und dort gibt es Compañeros Anhänger, die nicht zur Versammlung kommen werden. Die Señora, die fast sechzig von uns von der Karawane verköstigt hat, wird nicht kommen, und sie gehört der Anderen Kampagne an.

Wie sollen wir eine andere Art Politik zu betreiben erschaffen, wenn wir diese Menschen nicht berücksichtigen, weil sie keine Zeit haben, und nicht aus Vorsatz, sondern weil sie arbeiten müssen, um zu leben. Sie können weder am Montag kommen, noch am Dienstag, noch am Mittwoch, an keinem Wochentag, und zu keiner Stunde. Und die Andere Kampagne und die Sechste Erklärung versicherten ihnen, dass ihre Stimme berücksichtigt werden würde.

Wenn die Otra in Culiacán diese Señora nicht fragt was sie denkt, wer wird es dann machen? In diesem Dokument, das die Compañeros vorgestellt haben – und genau darum ging es ja in der Versammlung – haben wir vorgeschlagen eine Consulta abzuhalten, in der alle Anhänger, egal wo sie sind und welche Sprache sie sprechen, gefragt werden, was für eine Andere Kampagne sie brauchen. Die Yoreme Regierende war hier, und wir behandeln sie, als ob sie nur eine unter vielen wäre, und sie ist nicht nur eine unter vielen: sie vertritt ein ganzes Volk, Tausende. Und vielleicht sind ja die Compañeros Anarcho-Punks oder die von der Partei der Kommunisten durch viel mehr Anwesende vertreten. Und sie haben ihre Art zuzuhören, und ihre Art zu sprechen. Wenn Sie erwarten, dass alle Yoremes zu der Versammlung der Otra von Culiacán oder des Nordens von Sinaloa kommen werden, nun, sie werden nicht kommen. Genauso wenig wie alle Purépechas kommen werden, oder Zehntausende zapatistische Indigenas, die in der Anderen Kampagne sind.

Aber wie werden wir sie fragen? Wie werden wir sie an den Vorschlägen und Positionen bezüglich des Anti-Autoritarismus der Punks und Anarchisten beteiligen, oder bezüglich der Vorschläge der Partei der Kommunisten, dass man die Macht doch ergreifen und den Sozialismus durchsetzen müsse? In einer Versammlung, in der die einige untereinander diskutieren, und sich zudem das Argument ermogeln, und die Position der EZLN verdrängen – obwohl jemand von der EZLN anwesend ist, – ohne sich die Mühe zu machen zu fragen: gut, und was sagen Sie dazu? Denn hier wurden zwei Positionen diskutiert, die von uns Zapatisten vertreten werden, und die Zapatisten waren nicht in Chiapas, sondern hier an diesem Tisch. Und vielleicht hätte man sie fragen sollen, was sie denn vorschlagen.

Was wir Ihnen, Compañeros und Compañeras, vorschlagen, ist: treffen Sie sich, um zu diskutieren, aber treffen Sie sich auch um zu vereinbaren, wie Sie Ihre Compañeros fragen werden, die nicht zur Versammlung kommen können. Er wird eine Consulta vorgeschlagen, und die Compañeros von Nationalen Indigenen Kongress, die die Mehrheit darstellen, und in vielen Teilen der Anderen Kampagne im ganzen Land – nicht in Sinaloa, sondern im ganzen Land – ich spreche von Zehntausenden von Menschen, sagen, dass ja, dass eine Consulta abgehalten werden muss, um Antworten zu finden hinsichtlich der Kennzeichen, hinsichtlich der Allianzpolitik, hinsichtlich der organisatorischen Form, hinsichtlich des Stellenwerts der Differenzen, hinsichtlich der Aufgaben – zu Atenco, über das gar nichts vereinbart wurde, – zu der Präsentation der politischen Gefangenen und Verschwundenen, über die eine Compañera auf Dautillos – die bereits gegangen ist – gesprochen hat, die nicht mehr hier ist. Und ich habe Compañeros sagen hören, dass es hier Biologie-Fachleute gibt, und weshalb man nicht eine Brigade organisiert, um ihnen dabei zu helfen, die Stechmückenplage zu bekämpfen oder Giftstoffe zu entsorgen.

Denn wir waren bei ihnen und haben gesagt – und sie waren dabei – dass wir als Andere Kampagne ihre Compañeros sein würden. Und wenn die einzige Antwort, die wir ihnen geben, darin besteht, dass sie zur Versammlung kommen müssen, und dass wir sie nicht berücksichtigen werden, wenn sie nicht kommen können, wo ist da der Vorsatz der Solidarität und Brüderlichkeit der Anarchisten und Libertäre? Wo ist da der organisatorische Vorsatz der Partei der Kommunisten? Wo ist da der Vorsatz der Solidarität, der Kameradschaft, die wir als Compañeros jeder Organisation entgegenbringen müssen, ganz gleich ob sie Maoisten, Marxisten, Leninisten, Trotzkisten, oder was auch immer sind? Und man braucht 40 Minuten mit dem Wagen um hierher zu kommen.

Was wir Ihnen deshalb vorschlagen, Compañeros, ist, anstatt das Sie anfangen untereinander zu diskutieren, von verschiedenen Positionen aus, die sich wie man bereits weiß unterscheiden – die Compañeros Anarcho-Punks und Libertäre und Anarchisten haben eine sehr klare Position in ihren Gruppen. Und die Partei der Kommunisten auch, und die Trotzkisten auch, und die Maoisten auch. Was wir gerne hätten, ist, dass Sie diese Vorschläge und diese Argumentationen ordnen und den anderen bekannt geben. Und dass jene untereinander entscheiden, ob sie mit dem einen oder anderen oder mit nichts davon einverstanden sind.

Und dass sie uns, oder der Otra in Sinaloa, oder der Otra in Culiacán dann auch mitteilen: so denken alle Compañer@s AnhängerInnen hier, dass die Andere Kampagne sein sollte. So denken alle Anarchisten, so denken alle Punks, alle Libertäre, alle von der Partei der Kommunisten, alle aus Dautillo, alle…

Damit die Mehrheit der Andere Kampagne wirklich wissen kann, wohin sie gehen möchte. Denn wenn wir anfangen die Leuten einzuladen, und machen ihnen etwas vor – weil wir ihnen sagen, dass die Andere Kampagne der kulturelle Akt ist, der veranstaltet wird, und Sie wissen, dass es nicht so ist, denn da werden sie dann alle anwesend sein, aber später wenn sie sie zur Versammlung mitziehen, werden sie alle gehen, wie die Yoremes, und sie werden nicht zurückkehren.

Als der Compañero sagte „Ich werde darüber nachdenken“, sagte er: „ich werde gut darüber nachdenken, ob ich die Regierende und die anderen Regierenden noch einmal zu so einer Versammlung bringen werde“. Weil Sie ihn in der Diskussion übergehen und davon ausgehen, dass die Sprachen, die Sie benutzen, auch von den anderen benutzt werden, und das stimmt nicht. Wenn die Compañeros von hier und dort überzeugen möchten, müssen sie sich auch darum bemühen herauszufinden, ob noch jemand sonst dem Wort zuhört, das sie sagen. Den oftmals hören nur Sie sich selbst zu, und sonst niemand.

Und das haben wir in allen anderen Versammlungen gesehen. Deswegen sagen wir: nehmen wir die Andere Kampagne aus der Versammlungen heraus, weil da nur jene teilnehmen können, die Zeit haben. Und wenn der Compa Bersaín nicht da sein kann weil er arbeiten muss, oder studieren oder was auch immer, weshalb nimmt sich die Andere Kampagne dann nicht die Zeit um die Stimme von Bersaín zu hören und ihn zu berücksichtigen, ohne es davon abhängig zu machen, dass er am Montag, um sechs Uhr Abends in seinem zuständigen Arbeitszentrum zu sein hat.

Wir bitten Sie, bitte, diskutieren Sie es! Wenn Sie nicht einverstanden sind, in Ordnung. Aber, wenn Sie einverstanden sind, organisieren Sie eine interne Consulta. In der, ohne zu versuchen zu überzeugen und ohne abzustimmen, jeder als Kollektiv, als Gruppe, als Organisation, als Einzelperson, als Familie, sagen kann, wie die Grundsatzfrage beantwortet werden kann: „Was für eine Andere Kampagne möchtest du?“ Und dass wir diese Antwort nicht nur der Anderen in Mazatlan bekannt geben können, weil die wahrscheinlich schon darin beteiligt gewesen sind, und nicht nur der Otra in Mochis, oder der Otra im Nordosten, sondern der Otra im ganzen Land.

Und wir können gemeinsam mit Ihnen in Sinaloa, und mit allen anderen Compañeros in jeden Bundesstaat, eine nationale Consulta organisieren, die uns gestatten wird zu sagen: dies ist die Andere Kampagne für alle. Ganz gleich ob man Yoreme ist, Purépecha, Anarcho-Punk, Kommunist, Trotzkist, Maoist, oder einfach nur eine Person, die kämpfen möchte um das Land zu verändern.

Und dann können wir alle gemeinsam sagen: ohne unsere Differenzen, unsere Identität aufzugeben, dies ist es, was uns verbindet. Denn in all dieser Zeit wurde nur diskutiert was uns teilt. Das wussten wir ja bereits vorher, um das herauszufinden mussten wir uns nicht vier Stunden lang treffen. Das was wir herausfinden müssen, ist welche Andere Kampagne wir wollen, diesmal unter Berücksichtigung aller. So wir die Compañera, die fragte, weshalb Marcos das Gesicht der Anderen Kampagne sei. Wie paradox, dass das Gesicht der Anderen Kampagne kein Gesicht hat. Aber sie ist schon weg. Das ist das Problem. Die Andere Kampage kann nicht weiter dem untergeordnet werden, was die EZLN sagt oder nicht mehr sagt. Sie muss schon ihr eigenes Profil erlangen.

Und dieses Profil kann ihr nicht die EZLN alleine geben, weil es sich nicht mehr nur um die EZLN handelt. Es handelt sich um Sie und viele Organisationen im ganzen Land. Es handelt sich um den Nationalen Indigenen Kongress, es handelt sich jetzt um die Yoremes, die beitreten wollen. Also müssen wir dieses Profil alle gemeinsam errichten. Und der Bezugspunkt wird nicht mehr die Sechste Erklärung sein. Der Bezugpunkt wird die neue Erklärung sein, die wir alle gemeinsam verfassen werden. In der wir alle gemeinsam sagen: dies sind die Prinzipien, dies ist die organisatorische Struktur, dies ist die Form in der wir Entscheidungen treffen, mit diesen hier werden wir uns verbünden, und mit jenen nicht, das ist es, was wir in der Anderen Kampagne machen.

Und dann werden wir nach Dautillos, und in die Gemeinden gehen können, die wir gerade eben besucht haben. Und überall, und ohne die Identität zu verlieren, wird seitens der Kommunisten, der Anarchisten, der Libertäre, der Punks, der Zapatisten, den Maoisten, und allen anderen, der gleiche Vorschlag kommen. Denn es wird der gleiche Vorschlag von allen Organisationen sein, und wir werden das einhalten, was wir uns selbst gegenüber einhalten müssen, und zwar, uns gegenseitig zu berücksichtigen.

Der Compañero eben sagte, dass dieser Teil wichtig ist, weil wir lernen müssen zuzuhören. Das ist wahr, denn danach werden wir uns der Aufgabe widmen müssen, dem Volk zuzuhören. Und wir werden nicht fordern können, dass es so wie wir spricht. Denn dies ist der Vorschlag, den die Andere Kampagne macht: „Wir werden deine Art respektieren“. Deshalb müssen wir zuerst lernen, uns gegenseitig zuzuhören, um unserem Volk zuhören zu können.

Der Vorschlag, denn wir Ihnen also letztendlich machen ist, dass Sie in dieser Versammlung, die Sie abhalten werden, wenn es möglich ist, einen Punkt diskutieren: Wie können wir alle Kollektive der Zone fragen, die wir umfassen – in diesem Fall das mittlere Sinaloa – wie können wir jeden und jede Einzelnen, Familie, Gruppe, Kollektiv, Organisation die der Anderen Kampagne angehören, fragen, welche Position sie zu den sechs Punkten haben? Das heißt, auf die Frage zu antworten: Was für eine Andere Kampagne wollen sie? Und wie werden wir das machen, und wie werden wir es systematisieren. Das soll heißen, theoretisch, dass jede Gruppe, jeder Kollektiv, jede Familie oder Einzelperson diese Punkte diskutieren müssen. Also: wir – wir sind 5, 6, 10, 20, 30, oder so und so viele Personen – denken so, und hier ist es. Damit die anderen es wissen, und wir anderen gemeinsam entscheiden können, ja, das denken wir auch, oder dieser Teil ja und dieser Teil nicht.

Das ist es, was wir Ihnen vorschlagen, Compañeros. Morgen werden wir am Treffen teilnehmen. Und danach werden wir uns mit den Damen treffen, die für die Verschwundenen kämpfen. Eins muss uns nämlich klar sein, diesen Kampf, den wir eingehen werden wir entweder gewinnen, oder als Klienten dieser Señoras enden, als Verschwundene oder Gefangene. Dieser Teil ist wichtig.

Und danach gehen wir in den Norden, nach Los Mochis. Und dann sehen wir weiter. In den Nachrichten hieß es eben, der Sprecher des Fährenunternehmens habe gesagt, er würde niemanden an Bord steigen lassen, der sich nicht einwandfrei identifiziert, das heißt, die Skimaske abnimmt und seine Identität ausweist. Ich weiß nicht, ob Sie hingehen möchten um zu bestätigen, dass ich Subcomandante Marcos bin, und nicht jemand anderes, der nur so tut.

Aber na gut, wie werden sehen, ob sie das tun werden oder nicht. Aber für den Fall, dass sie uns nicht an Bord lassen, werden wir vielleicht an der Versammlung am 16. teilnehmen, weil wir den ganzen Zeitplan umstellen müssen. Also schlagen wir Ihnen vor, dass bei dieser Versammlung, der Compa, Namensvetter, Bersaín, denen, die diesen Vorschlag erarbeiten, einen weiteren Punkt vorsetzt: wie kann man die Leute berücksichtigen, die nicht kommen können? Wer wird gehen um sie zu fragen?

Und Sie werden sehen, dass es Ihnen als Andere Kampagne inneren Zusammenhang gibt, und nicht von den Versammlungen abhängen wird. Die Otra wird auch nicht gemäß den Versammlungen existieren, sondern wird in diesem Kontakt existieren, auf den Ernesto hingewiesen hat, in dieser Kommunikation, über die er sagte: „vielleicht gibt es kein Internet, aber es gibt Adressen und es gibt Telefone“. Und das ist, was die Otra im zentralen Sinaloa tun müssen wird: die Adressen und die Telefonnummer in Erfahrung bringen, um die Menschen zu erreichen. Und Sie werden sie nicht herbestellen können, Sie müssen diese Señora unbedingt aufsuchen, sie kocht ausgezeichnet … wirklich, es lohnt sich. Das ist alles, Compañeros, Vielen Dank.

Es gibt hier drei perfekt definierte Gruppen: die der Partei der Kommunisten, die der Compañeros Punks und der Anarcho-Libertäre, und die der Compañeros dort hinten. Und außerdem, die Einzelpersonen, wie Bersaín, und alle anderen die hier sind. Aber das ist nicht die Andere Kampagne. Es gibt da einen Ort namens Dautillos, im Bezirk Navolato wo wir heute Morgen waren, und dort gibt es Compañeros Anhänger, die nicht zur Versammlung kommen werden. Die Señora, die fast sechzig von uns von der Karawane verköstigt hat, wird nicht kommen, und sie gehört der Anderen Kampagne an.

Wie sollen wir eine andere Art Politik zu betreiben erschaffen, wenn wir diese Menschen nicht berücksichtigen, weil sie keine Zeit haben, und nicht aus Vorsatz, sondern weil sie arbeiten müssen, um zu leben. Sie können weder am Montag kommen, noch am Dienstag, noch am Mittwoch, an keinem Wochentag, und zu keiner Stunde. Und die Andere Kampagne und die Sechste Erklärung versicherten ihnen, dass ihre Stimme berücksichtigt werden würde.

Wenn die Otra in Culiacán diese Señora nicht fragt was sie denkt, wer wird es dann machen? In diesem Dokument, das die Compañeros vorgestellt haben – und genau darum ging es ja in der Versammlung – haben wir vorgeschlagen eine Consulta abzuhalten, in der alle Anhänger, egal wo sie sind und welche Sprache sie sprechen, gefragt werden, was für eine Andere Kampagne sie brauchen. Die Yoreme Regierende war hier, und wir behandeln sie, als ob sie nur eine unter vielen wäre, und sie ist nicht nur eine unter vielen: sie vertritt ein ganzes Volk, Tausende. Und vielleicht sind ja die Compañeros Anarcho-Punks oder die von der Partei der Kommunisten durch viel mehr Anwesende vertreten. Und sie haben ihre Art zuzuhören, und ihre Art zu sprechen. Wenn Sie erwarten, dass alle Yoremes zu der Versammlung der Otra von Culiacán oder des Nordens von Sinaloa kommen werden, nun, sie werden nicht kommen. Genauso wenig wie alle Purépechas kommen werden, oder Zehntausende zapatistische Indigenas, die in der Anderen Kampagne sind.

Aber wie werden wir sie fragen? Wie werden wir sie an den Vorschlägen und Positionen bezüglich des Anti-Autoritarismus der Punks und Anarchisten beteiligen, oder bezüglich der Vorschläge der Partei der Kommunisten, dass man die Macht doch ergreifen und den Sozialismus durchsetzen müsse? In einer Versammlung, in der die einige untereinander diskutieren, und sich zudem das Argument ermogeln, und die Position der EZLN verdrängen – obwohl jemand von der EZLN anwesend ist, – ohne sich die Mühe zu machen zu fragen: gut, und was sagen Sie dazu? Denn hier wurden zwei Positionen diskutiert, die von uns Zapatisten vertreten werden, und die Zapatisten waren nicht in Chiapas, sondern hier an diesem Tisch. Und vielleicht hätte man sie fragen sollen, was sie denn vorschlagen.

Was wir Ihnen, Compañeros und Compañeras, vorschlagen, ist: treffen Sie sich, um zu diskutieren, aber treffen Sie sich auch um zu vereinbaren, wie Sie Ihre Compañeros fragen werden, die nicht zur Versammlung kommen können. Er wird eine Consulta vorgeschlagen, und die Compañeros von Nationalen Indigenen Kongress, die die Mehrheit darstellen, und in vielen Teilen der Anderen Kampagne im ganzen Land – nicht in Sinaloa, sondern im ganzen Land – ich spreche von Zehntausenden von Menschen, sagen, dass ja, dass eine Consulta abgehalten werden muss, um Antworten zu finden hinsichtlich der Kennzeichen, hinsichtlich der Allianzpolitik, hinsichtlich der organisatorischen Form, hinsichtlich des Stellenwerts der Differenzen, hinsichtlich der Aufgaben – zu Atenco, über das gar nichts vereinbart wurde, – zu der Präsentation der politischen Gefangenen und Verschwundenen, über die eine Compañera auf Dautillos – die bereits gegangen ist – gesprochen hat, die nicht mehr hier ist. Und ich habe Compañeros sagen hören, dass es hier Biologie-Fachleute gibt, und weshalb man nicht eine Brigade organisiert, um ihnen dabei zu helfen, die Stechmückenplage zu bekämpfen oder Giftstoffe zu entsorgen.

Denn wir waren bei ihnen und haben gesagt – und sie waren dabei – dass wir als Andere Kampagne ihre Compañeros sein würden. Und wenn die einzige Antwort, die wir ihnen geben, darin besteht, dass sie zur Versammlung kommen müssen, und dass wir sie nicht berücksichtigen werden, wenn sie nicht kommen können, wo ist da der Vorsatz der Solidarität und Brüderlichkeit der Anarchisten und Libertäre? Wo ist da der organisatorische Vorsatz der Partei der Kommunisten? Wo ist da der Vorsatz der Solidarität, der Kameradschaft, die wir als Compañeros jeder Organisation entgegenbringen müssen, ganz gleich ob sie Maoisten, Marxisten, Leninisten, Trotzkisten, oder was auch immer sind? Und man braucht 40 Minuten mit dem Wagen um hierher zu kommen.

Was wir Ihnen deshalb vorschlagen, Compañeros, ist, anstatt das Sie anfangen untereinander zu diskutieren, von verschiedenen Positionen aus, die sich wie man bereits weiß unterscheiden – die Compañeros Anarcho-Punks und Libertäre und Anarchisten haben eine sehr klare Position in ihren Gruppen. Und die Partei der Kommunisten auch, und die Trotzkisten auch, und die Maoisten auch. Was wir gerne hätten, ist, dass Sie diese Vorschläge und diese Argumentationen ordnen und den anderen bekannt geben. Und dass jene untereinander entscheiden, ob sie mit dem einen oder anderen oder mit nichts davon einverstanden sind.

Und dass sie uns, oder der Otra in Sinaloa, oder der Otra in Culiacán dann auch mitteilen: so denken alle Compañer@s AnhängerInnen hier, dass die Andere Kampagne sein sollte. So denken alle Anarchisten, so denken alle Punks, alle Libertäre, alle von der Partei der Kommunisten, alle aus Dautillo, alle…

Damit die Mehrheit der Andere Kampagne wirklich wissen kann, wohin sie gehen möchte. Denn wenn wir anfangen die Leuten einzuladen, und machen ihnen etwas vor – weil wir ihnen sagen, dass die Andere Kampagne der kulturelle Akt ist, der veranstaltet wird, und Sie wissen, dass es nicht so ist, denn da werden sie dann alle anwesend sein, aber später wenn sie sie zur Versammlung mitziehen, werden sie alle gehen, wie die Yoremes, und sie werden nicht zurückkehren.

Als der Compañero sagte „Ich werde darüber nachdenken“, sagte er: „ich werde gut darüber nachdenken, ob ich die Regierende und die anderen Regierenden noch einmal zu so einer Versammlung bringen werde“. Weil Sie ihn in der Diskussion übergehen und davon ausgehen, dass die Sprachen, die Sie benutzen, auch von den anderen benutzt werden, und das stimmt nicht. Wenn die Compañeros von hier und dort überzeugen möchten, müssen sie sich auch darum bemühen herauszufinden, ob noch jemand sonst dem Wort zuhört, das sie sagen. Den oftmals hören nur Sie sich selbst zu, und sonst niemand.

Und das haben wir in allen anderen Versammlungen gesehen. Deswegen sagen wir: nehmen wir die Andere Kampagne aus der Versammlungen heraus, weil da nur jene teilnehmen können, die Zeit haben. Und wenn der Compa Bersaín nicht da sein kann weil er arbeiten muss, oder studieren oder was auch immer, weshalb nimmt sich die Andere Kampagne dann nicht die Zeit um die Stimme von Bersaín zu hören und ihn zu berücksichtigen, ohne es davon abhängig zu machen, dass er am Montag, um sechs Uhr Abends in seinem zuständigen Arbeitszentrum zu sein hat.

Wir bitten Sie, bitte, diskutieren Sie es! Wenn Sie nicht einverstanden sind, in Ordnung. Aber, wenn Sie einverstanden sind, organisieren Sie eine interne Consulta. In der, ohne zu versuchen zu überzeugen und ohne abzustimmen, jeder als Kollektiv, als Gruppe, als Organisation, als Einzelperson, als Familie, sagen kann, wie die Grundsatzfrage beantwortet werden kann: „Was für eine Andere Kampagne möchtest du?“ Und dass wir diese Antwort nicht nur der Anderen in Mazatlan bekannt geben können, weil die wahrscheinlich schon darin beteiligt gewesen sind, und nicht nur der Otra in Mochis, oder der Otra im Nordosten, sondern der Otra im ganzen Land.

Und wir können gemeinsam mit Ihnen in Sinaloa, und mit allen anderen Compañeros in jeden Bundesstaat, eine nationale Consulta organisieren, die uns gestatten wird zu sagen: dies ist die Andere Kampagne für alle. Ganz gleich ob man Yoreme ist, Purépecha, Anarcho-Punk, Kommunist, Trotzkist, Maoist, oder einfach nur eine Person, die kämpfen möchte um das Land zu verändern.

Und dann können wir alle gemeinsam sagen: ohne unsere Differenzen, unsere Identität aufzugeben, dies ist es, was uns verbindet. Denn in all dieser Zeit wurde nur diskutiert was uns teilt. Das wussten wir ja bereits vorher, um das herauszufinden mussten wir uns nicht vier Stunden lang treffen. Das was wir herausfinden müssen, ist welche Andere Kampagne wir wollen, diesmal unter Berücksichtigung aller. So wir die Compañera, die fragte, weshalb Marcos das Gesicht der Anderen Kampagne sei. Wie paradox, dass das Gesicht der Anderen Kampagne kein Gesicht hat. Aber sie ist schon weg. Das ist das Problem. Die Andere Kampage kann nicht weiter dem untergeordnet werden, was die EZLN sagt oder nicht mehr sagt. Sie muss schon ihr eigenes Profil erlangen.

Und dieses Profil kann ihr nicht die EZLN alleine geben, weil es sich nicht mehr nur um die EZLN handelt. Es handelt sich um Sie und viele Organisationen im ganzen Land. Es handelt sich um den Nationalen Indigenen Kongress, es handelt sich jetzt um die Yoremes, die beitreten wollen. Also müssen wir dieses Profil alle gemeinsam errichten. Und der Bezugspunkt wird nicht mehr die Sechste Erklärung sein. Der Bezugpunkt wird die neue Erklärung sein, die wir alle gemeinsam verfassen werden. In der wir alle gemeinsam sagen: dies sind die Prinzipien, dies ist die organisatorische Struktur, dies ist die Form in der wir Entscheidungen treffen, mit diesen hier werden wir uns verbünden, und mit jenen nicht, das ist es, was wir in der Anderen Kampagne machen.

Und dann werden wir nach Dautillos, und in die Gemeinden gehen können, die wir gerade eben besucht haben. Und überall, und ohne die Identität zu verlieren, wird seitens der Kommunisten, der Anarchisten, der Libertäre, der Punks, der Zapatisten, den Maoisten, und allen anderen, der gleiche Vorschlag kommen. Denn es wird der gleiche Vorschlag von allen Organisationen sein, und wir werden das einhalten, was wir uns selbst gegenüber einhalten müssen, und zwar, uns gegenseitig zu berücksichtigen.

Der Compañero eben sagte, dass dieser Teil wichtig ist, weil wir lernen müssen zuzuhören. Das ist wahr, denn danach werden wir uns der Aufgabe widmen müssen, dem Volk zuzuhören. Und wir werden nicht fordern können, dass es so wie wir spricht. Denn dies ist der Vorschlag, den die Andere Kampagne macht: „Wir werden deine Art respektieren“. Deshalb müssen wir zuerst lernen, uns gegenseitig zuzuhören, um unserem Volk zuhören zu können.

Der Vorschlag, denn wir Ihnen also letztendlich machen ist, dass Sie in dieser Versammlung, die Sie abhalten werden, wenn es möglich ist, einen Punkt diskutieren: Wie können wir alle Kollektive der Zone fragen, die wir umfassen – in diesem Fall das mittlere Sinaloa – wie können wir jeden und jede Einzelnen, Familie, Gruppe, Kollektiv, Organisation die der Anderen Kampagne angehören, fragen, welche Position sie zu den sechs Punkten haben? Das heißt, auf die Frage zu antworten: Was für eine Andere Kampagne wollen sie? Und wie werden wir das machen, und wie werden wir es systematisieren. Das soll heißen, theoretisch, dass jede Gruppe, jeder Kollektiv, jede Familie oder Einzelperson diese Punkte diskutieren müssen. Also: wir – wir sind 5, 6, 10, 20, 30, oder so und so viele Personen – denken so, und hier ist es. Damit die anderen es wissen, und wir anderen gemeinsam entscheiden können, ja, das denken wir auch, oder dieser Teil ja und dieser Teil nicht.

Das ist es, was wir Ihnen vorschlagen, Compañeros. Morgen werden wir am Treffen teilnehmen. Und danach werden wir uns mit den Damen treffen, die für die Verschwundenen kämpfen. Eins muss uns nämlich klar sein, diesen Kampf, den wir eingehen werden wir entweder gewinnen, oder als Klienten dieser Señoras enden, als Verschwundene oder Gefangene. Dieser Teil ist wichtig.

Und danach gehen wir in den Norden, nach Los Mochis. Und dann sehen wir weiter. In den Nachrichten hieß es eben, der Sprecher des Fährenunternehmens habe gesagt, er würde niemanden an Bord steigen lassen, der sich nicht einwandfrei identifiziert, das heißt, die Skimaske abnimmt und seine Identität ausweist. Ich weiß nicht, ob Sie hingehen möchten um zu bestätigen, dass ich Subcomandante Marcos bin, und nicht jemand anderes, der nur so tut.

Aber na gut, wie werden sehen, ob sie das tun werden oder nicht. Aber für den Fall, dass sie uns nicht an Bord lassen, werden wir vielleicht an der Versammlung am 16. teilnehmen, weil wir den ganzen Zeitplan umstellen müssen. Also schlagen wir Ihnen vor, dass bei dieser Versammlung, der Compa, Namensvetter, Bersaín, denen, die diesen Vorschlag erarbeiten, einen weiteren Punkt vorsetzt: wie kann man die Leute berücksichtigen, die nicht kommen können? Wer wird gehen um sie zu fragen?

Und Sie werden sehen, dass es Ihnen als Andere Kampagne inneren Zusammenhang gibt, und nicht von den Versammlungen abhängen wird. Die Otra wird auch nicht gemäß den Versammlungen existieren, sondern wird in diesem Kontakt existieren, auf den Ernesto hingewiesen hat, in dieser Kommunikation, über die er sagte: „vielleicht gibt es kein Internet, aber es gibt Adressen und es gibt Telefone“. Und das ist, was die Otra im zentralen Sinaloa tun müssen wird: die Adressen und die Telefonnummer in Erfahrung bringen, um die Menschen zu erreichen. Und Sie werden sie nicht herbestellen können, Sie müssen diese Señora unbedingt aufsuchen, sie kocht ausgezeichnet … wirklich, es lohnt sich. Das ist alles, Compañeros, Vielen Dank.

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